Stadt und Land ein Miteinander

Bereits als Kleinkind habe ich meine Zeit auf der Alm verbracht und noch das Melken per Hand erlernt und das obwohl ich im Münchner Norden aufgewachsen bin. Die schönsten Tage waren in den Bergen rund um den Geigelstein. Gegenseitiges Wertschätzen egal woher man kommt oder wer man ist – das war und ist der Bevölkerung im Oberland in die Wiege gelegt.

Als stellvertretende Kreisbäurin des Landkreises München ist es mir das größte Anliegen eine gute Kommunikation zwischen Landwirten/Landwirtinnen und der städtischen Bevölkerung zu fördern,denn die meisten Probleme entstehen durch Nichtwissen und Vorurteilen. Durch das Glück einen Landwirt geheiratet zu haben, besuchte ich einen der ersten Agrarbürofachfraukursen und nehme regelmäßig an den Fortbildungen teil – nur wer am Ball bleibt kann mitspielen…….In unserer Gemeinde agiere ich als Gemeinderätin und konnte schon einiges für die Hiesigen bewegen. Als Kreisrätin des Landkreises München habe ich die Möglichkeit unsere landwirtschaftlichen Belange zu vertreten

 

Als junger Landwirt in Schweden

Mein Name ist Theo Schwaiger (Jahrgang 1932). Schon als Kind hegte ich den Wunsch Bauer zu werden und konnte diesen Wunsch auch realisieren. Nach Landwirtschaftslehre und beruflichen Stationen als Hofmeister in Achselschwang und auf dem Zuchtbetrieb von Prof. Dr. Dürrwächter (Strohmeierhof in Eismerszell) wuchs in mir der Wunsch nach einem Auslandspraktikums, um „über den Tellerrand der bayerischen Landwirtschaft hinauszublicken“.

Anders als heute war die Organisation eines Auslandspraktikum in den 1950er Jahren recht aufwändig und schwierig. Federführend in Bayern war Frau Edeltraut Harzmann im BBV, die ich 1954 in München kennenlernte. Auf Empfehlung meines damaligen Arbeitgebers, Prof. Dr. Dürrwächter, des späteren Ministerialdirektors im Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, unterstützte mich Frau Hartmann bei meiner Bewerbung um ein Auslandpraktikum in Schweden. So hatte ich 1955/56 Gelegenheit auf zwei verschiedenen Betrieben in Schweden die dortige Land- und Forstwirtschaft kennenzulernen.

1958 gehörte ich dann zu den Gründungsmitgliedern der maßgeblich von Frau Harzmann initiierten „Vereineinigung der ehemaligen Auslandspraktikanten“. Der Verein hat mir im wahrsten Sinne des Wortes die Welt eröffnet: Neben der ersten organisierten Busreise nach Frankreich (1961) nahm ich an zahlreichen weiteren Reisen u.a. nach Israel, Ungarn, USA, Kanada und Südafrika teil. Dabei standen stets Besichtigungen landwirtschaftlicher Einrichtungen und Betriebe im Mittelpunkt.

Diese Exkursionen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse waren für mich ein wichtiger Impulsgeber für meine jahrzehntelange Tätigkeit als Verwalter des staatlichen Versuchsguts Hübschenried (Landkreis Landsberg). Denn hier bildete ich als Landwirtschaftsmeister nicht nur 32 angehende Landwirte aus, sondern hatte auch zahlreiche landwirtschaftliche Praktikanten aus 11 Nationen unter meiner Obhut. Hierbei waren die eigenen, im Ausland gemachten Erfahrungen stets eine wertvolle Hilfe.