Herrsching mit Nachspiel

Am 6. Januar 1993 fuhr ich mit großen Erwartungen zum Start des Grundkurses nach Herrsching. Seit frühester Jugend war ich nicht nur landwirtschaftlich interessiert, habe gerne in unserem Gasthaus mitgeholfen, sondern war politisch interessiert. In meinem Kinderzimmer hingen keine Poster von Popstars oder Schauspieler, sondern von Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber – so war der Besuch des Grundkurses bald ein großes Ziel.

Als ich in Herrsching ankam, ahnte ich noch nicht, dass Herrsching für mich mehr werden würde, als der Grundkurs. Nicht nur, dass der Grundkurs meine Erwartungen vollkommen erfüllte und von vielem profitiere ich noch heute. Etwas einschneidendes kam noch hinzu. Die Küche hatte in diesem Winter viele Krankheitsfälle zu verkraften und es herrschte akuter Personalmangel, was dazu führte, dass Herr Dr. Treiber den Grundkurs um Mithilfe in der Küche bat. Ich wurde besonders oft eingeteilt, da ich ja mit „gastronomischen Vorkenntnissen“ ausgestattet war. Es sollte sich lohnen; denn schon bald entwickelte sich zwischen mir und der stv. Küchenleiterin Martina mehr als die Mithilfe in der Küche und am letzten Tag des Grundkurses, fragte mich Wulf Treiber, ob man mich noch häufiger in Herrsching sehen würde, was ich bejahte. 1996 heiratete ich Martina und gemeinsam führen wir unseren Betrieb und haben ihn stets weiterentwickelt. Doch Herrsching sollte mich noch öfter sehen. 2003 wurde ich Bezirksvorsitzender und seit 2008 Landesvorsitzender des vlf Bayern, außerdem von 2007 stv. Kreisobmann und 2017 wurde ich BBV-Kreisobmann in Passau. Unser Betrieb hat sich bestens entwickelt, mein verbands- und kommunalpolitisches Engagement ist und bleibt meine Leidenschaft u. a. auch als stv. Landrat des Landkreises Passau. Bezeichnenderweise hatte ich im Grundkurs den Spitznamen „Landrat“.

Der Herrschinger Grundkurs ist ein unschätzbares Element in der Ausbildung und kann auch andere positive Effekte mit sich bringen, die sich ein Leben lang lohnen.

Schwierige Situationen auf den Höfen meistern

Ich, Ulrich Stimmer, 56 Jahre alt, seit 31 Jahren verheiratet, habe 2 Kinder und 4 Enkel.
Ich komme aus einem Hof mit 8 Geschwistern, lernte Landwirt, besuchte die höhere Landbauschule in Rotthalmünster und schloss gut ab.
Seit 1998 bin ich im Pfarrgemeinderat, ab 2006 1.Vorsitzender, und seit 2002 im Gemeinderat.
1990 wurde ich als hauptamtlicher Betriebshelfer im Landkreis Mühldorf angestellt. Arbeitspraxis bekam ich auf den Höfen mit. Mit der Zeit merkte ich, dass mir Kurse in Herrsching weiterhalfen, die ich im Umgang mit den Menschen brauchte, wie z. B. Gesprächsführung mit traumatisierten Personen.
2012 wurde ich auf einen Hof geschickt, auf dem der Bauer, Vater von 3 kleinen Kindern, durch einen Arbeitsunfall querschnittgelähmt wurde. Ich übernahm die Fütterung der Tiere, mit seinen Eltern das Melken im Melkstand, und die psychische Betreuung der Familie durch positives Zureden und mögliche Wege für die Zukunft zu überlegen.
Nach 7 Monaten fiel die Seniorin beim Melken aus. Ich sah, dass die Jungbäuerin das Melken mit übernehmen muss, wenn der Hof weitergehen soll. Sie nahm meinen Vorschlag an und ich brachte ihr in 3 Wochen die Namen der 50 Kühe und das Melken bei. Als mein Einsatz zu Ende war, bedankte sich der Bauer herzlich bei mir, dass ich seine Frau so motiviert habe. Sie hatte Freude daran und war stolz, es zu schaffen.
Durch Zusammenhelfen der Familie und der Nachbarn überstand die Familie 10 schwierige Jahre. Jetzt lernt ein Sohn wieder Landwirt.
Ein paar Mal im Jahr komme ich noch zum Aushelfen.
Die Einsatzleitung des MR schickt mich oft zu Höfen mit Schicksalsschlägen, wo der BBV sehr gut berät.
Ich kam in 33 Jahren auf 203 Höfen gut zurecht. Die Referenten der Kurse in Herrsching, bezahlt von meinem Arbeitgeber LBHD, gaben mir wertvolle Tipps.

Vom GK-Teilnehmer zum Trainer

Mein Name ist Alois Neumaier, komme aus der Hallertau und bin 29 Jahre alt.

2014 nach der Landwirtschaftslehre besuchte ich den 120. Herrschinger Grundkurs. Wir waren ein großer Kurs mit 70 Teilnehmern, wo einem nie langweilig wurde. Durch den Grundkurs lernte ich, dass man die Komfortzone verlassen muss um wachsen zu können, beruflich als auch privat.

Nach dem Grundkurs besuchte ich die Winterschule in Pfaffenhofen und schloss diese 2017 mit dem Meisterbrief ab.

Anschließend bin ich zuhause auf dem Hopfenbetrieb eingestiegen und wir gründeten die Hamberger-Hof GbR. Hier wurde die Meisterarbeit gleich umgesetzt. Es wurde Hopfen erweitert und in Erntetechnik und einen neuen Schlepper investiert.

Doch die Grundkurszeit lies mich nie ganz los und ich hatte noch Lust auf mehr, so besuchte ich 2018 den 43. Top-Kurs. Auch hier fand ich viele Freunde fürs Leben und es war eine tolle Ergänzung und Wiederholung zum Grundkurs. (Wenn auch in Hochdeutsch 😉)

2019 hatte ich die Möglichkeit eine Firma zu übernehmen und produziere seitdem Förderbänder für Hopfenpflückmaschinen als weiteres Standbein zum Betrieb.

Durch die Erfahrungen aus Grundkurs und Top- Kurs habe ich mich dazu entschlossen die Trainerausbildung bei der Andreas Hermes Akademie zu absolvieren. Anschließend kam Corona und der Start als Trainer verschob sich auf unbestimmte Zeit.

2022 auf dem 50ten Geburtstag von Uli Ernst (auch GK´ler und Trainer) kam ich mit Herrn Strobl (Direktor) ins Gespräch und kurze Zeit darauf durfte ich den 128. Herrschinger Grundkurs begleiten. Die Teilnehmer, als auch das restliche Team ermöglichten mir einen super Start und machten mir Lust auf mehr.

Ich bin gespannt was ich hier die nächsten Jahre noch ergänzen kann und freue mich auf die Zukunft.

 

Stadt und Land ein Miteinander

Bereits als Kleinkind habe ich meine Zeit auf der Alm verbracht und noch das Melken per Hand erlernt und das obwohl ich im Münchner Norden aufgewachsen bin. Die schönsten Tage waren in den Bergen rund um den Geigelstein. Gegenseitiges Wertschätzen egal woher man kommt oder wer man ist – das war und ist der Bevölkerung im Oberland in die Wiege gelegt.

Als stellvertretende Kreisbäurin des Landkreises München ist es mir das größte Anliegen eine gute Kommunikation zwischen Landwirten/Landwirtinnen und der städtischen Bevölkerung zu fördern,denn die meisten Probleme entstehen durch Nichtwissen und Vorurteilen. Durch das Glück einen Landwirt geheiratet zu haben, besuchte ich einen der ersten Agrarbürofachfraukursen und nehme regelmäßig an den Fortbildungen teil – nur wer am Ball bleibt kann mitspielen…….In unserer Gemeinde agiere ich als Gemeinderätin und konnte schon einiges für die Hiesigen bewegen. Als Kreisrätin des Landkreises München habe ich die Möglichkeit unsere landwirtschaftlichen Belange zu vertreten

 

Als junger Landwirt in Schweden

Mein Name ist Theo Schwaiger (Jahrgang 1932). Schon als Kind hegte ich den Wunsch Bauer zu werden und konnte diesen Wunsch auch realisieren. Nach Landwirtschaftslehre und beruflichen Stationen als Hofmeister in Achselschwang und auf dem Zuchtbetrieb von Prof. Dr. Dürrwächter (Strohmeierhof in Eismerszell) wuchs in mir der Wunsch nach einem Auslandspraktikums, um „über den Tellerrand der bayerischen Landwirtschaft hinauszublicken“.

Anders als heute war die Organisation eines Auslandspraktikum in den 1950er Jahren recht aufwändig und schwierig. Federführend in Bayern war Frau Edeltraut Harzmann im BBV, die ich 1954 in München kennenlernte. Auf Empfehlung meines damaligen Arbeitgebers, Prof. Dr. Dürrwächter, des späteren Ministerialdirektors im Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, unterstützte mich Frau Hartmann bei meiner Bewerbung um ein Auslandpraktikum in Schweden. So hatte ich 1955/56 Gelegenheit auf zwei verschiedenen Betrieben in Schweden die dortige Land- und Forstwirtschaft kennenzulernen.

1958 gehörte ich dann zu den Gründungsmitgliedern der maßgeblich von Frau Harzmann initiierten „Vereineinigung der ehemaligen Auslandspraktikanten“. Der Verein hat mir im wahrsten Sinne des Wortes die Welt eröffnet: Neben der ersten organisierten Busreise nach Frankreich (1961) nahm ich an zahlreichen weiteren Reisen u.a. nach Israel, Ungarn, USA, Kanada und Südafrika teil. Dabei standen stets Besichtigungen landwirtschaftlicher Einrichtungen und Betriebe im Mittelpunkt.

Diese Exkursionen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse waren für mich ein wichtiger Impulsgeber für meine jahrzehntelange Tätigkeit als Verwalter des staatlichen Versuchsguts Hübschenried (Landkreis Landsberg). Denn hier bildete ich als Landwirtschaftsmeister nicht nur 32 angehende Landwirte aus, sondern hatte auch zahlreiche landwirtschaftliche Praktikanten aus 11 Nationen unter meiner Obhut. Hierbei waren die eigenen, im Ausland gemachten Erfahrungen stets eine wertvolle Hilfe.

GK 1953 – Ich habe der Bauernschule viel zu verdanken

Auszug aus der Grundkurs-Abschlussrede von 1953

Im Anschluss an meine Kameraden habe ich die Aufgabe ihnen in einem kurzen Referat über die kulturelle Arbeit der Bauernschule, besonders in unserem Kurs, zu berichten. (…) Es soll kein Bericht im üblichen Sinne werden, sondern die Beantwortung der Frage die sie vielleicht stellen und die ich mir stellte, als ich mich entschloss, die Bauernschule zu besuchen und den Unterrichtsplan zum ersten Mal in die Hand bekam.

Was ist kulturelle Arbeit?

Ich konnte mir nichts Konkretes darunter vorstellen. Zu meiner vollsten Zufriedenheit musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Heute, am Schluss des Kurses, ist es mir klar geworden, dass diese Arbeit das primäre sein soll für diese Schule. Denn fachliches Wissen ist Voraussetzung für den Besuch hier. Es geht nicht um die letzten Kenntnisse der ökonomischen Werte, sondern in erster Linie um das Menschsein, um die Pflege und Bildung des Persönlichen, um sein Leben mit wertvollen Inhalten zu gestalten. (…)

Ich persönlich nun habe an der Schule den Eindruck mitgenommen, dass es in erster Linie um den Menschen, um die Ganzheit des Menschen geht. Und das macht die Schule in meinen Augen so wertvoll. (…)

Der Bauer in unserer Zeit muss sich mit diesen Bildungsaufgaben befassen. Es reicht nicht, wenn er NUR ein guter Landwirt ist. Wenn er bestehen will, muss er sich ein gesundes Bauerntum erhalten. Für diese Aufgabe sehe ich die Bauern – und Bäuerinnenschulen berufen, den jungen, aufstrebenden Menschen hier zu bilden, um ihm den Rückhalt fürs Leben und seine Aufgaben mitzugeben. Diese beiden Schulen sollen Mittelpunkt der bäuerlichen Bildung sein. (…)

Für mich war diese Zeit die einzige mögliche Fortbildung und sie hat mich nachhaltig für mein Leben geprägt.

Herr Zeitler war stets der Landwirtschaft verbunden, und wurde im Bayer. Raiffeisenverband als Geschäftsführer von zwei Raiffeisenkassen tätig. Ehrenamtlich war Herr Zeitler lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Starnberg und wurde 1996 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Für seine Tätigkeit im genossenschaftlichen Sinne wurde er mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. ausgezeichnet.

Darüber hinaus gründete Hans Zeitler erfolgreich eine eigene Wohnbaugesellschaft und nimmt bis heute aktiv am kulturellen Leben teil.

Auslandspraktikum in England 1963

Durch den BBV erhielt ich eine super Adresse für einen Auslandsaufenthalt in England (Essex).

Bevor ich nach England ging machte ich noch einen DEULA Kurs. Thema: Landmaschinen und Schlepperpflege. Auf dem Betrieb arbeitete ich im landwirtschaftlichem Außenbetrieb (nicht im Haushalt!), wie Getreideernte, Transport zur Trocknungsanlage und weitere anfallenden Arbeiten. Der Besitzer stellte mir ein Auto zur Verfügung, so konnte ich in meiner Freizeit die Gegend kennen lernen. Zum Beispiel die Städte Cambridge, Oxford usw.

Ein Vorteil dieses Aufenthaltes war auch, dass man die englische Sprache besser lernt als in der Schule.

Nach dem Englandaufenthalt studierte ich in München „Ernährung und Hauswirtschaftswissenschaft“. Berufstätig war ich an verschiedenen Landwirtschaftsämtern als Landwirtschafts-Lehrerin. Meine Unterrichtsfächer waren Ernährung und Gesundheit und Familie und Berufspädagogik. Außerdem war ich Leiterin der Abteilung Hauswirtschaft (Hauswirtschaftsdirektorin).

Meine Hobbys:

Malen und Sport z.Bsp. Snowboarden

Im Internet bei Googl eingeben snowboadoma, dann erschein ein Film. Ich beim Boarden.

Engagierter Landwirt, Chronist und Sänger

Ich habe EDV-Korrespondenz nicht mehr gelernt, deshalb handschriftlich:
Ich schreibe seit 1965 Tagebuch, heute noch mit Hand – nur 7% der Bundesbürger führen Tagebuch
– sammle ich wichtige Presseartikel – als Hobbychronist
– sammle politische Wahlergebnisse seit 1970
– habe für unsere Gemeinde Lachen ca. 1.700 Einwohner eine kommunalpolitische Chronik erstellt, ab 1948 aus dem Archiv, ab 1972 selber von allen Wahlperioden (Wahlbeteiligung, Stimmen, Personen)
– seit 1984 wird auch die Witterung und Niederschläge erfasst Ø 1.000 Ltr/Jahr

Meine Schuljahre:
1957 – 1965   Volksschule Herbishofen
1965 – 1968   landw. Berufsschule Memmingen
1967 – 1970   Berufsaufbauschule (BAS) in Kempten
1970 – 1972   Landwirtschaftsschule in Memmingen
1977 – 1978   Meistervorbereitung mit Abschluss
1973   Grundkurs Herrsching
2005    Grundkurs Herrsching Sohn Ullrich
1984 – 1994   BGJ Praxisbetrieb wurde damals schon Güllebuch, Schlagkartei, Weidetagebuch geführt
1987 – 2015   Mitglied im Meisterprüfungsausschuss Schwaben
60 Anwärter in Arbeitsprojekt und Hausarbeit
40 Anwärter in Fremdbetriebsbeurteilung und BAP

Ehrenamtliche Tätigkeiten:
1984 – 1996   Mitglied im Gemeinderat Lachen (zeitweise Sitzungsprotokoll geführt)
1996 – 2014   Ehefrau Anneliese im GR als Ortsbäuerin
seit 2014         Sohn Ulrich im GR als Obmann
1981 – 2008   Vorsitzender des VL; MM-Unterallgäu
1990 – 1999   Bildungsbeauftragter im BBV KV-Allgäu

In diesen Jahren habe ich an vielen fachgebundenen Seminaren in Herrsching teilgenommen. Vor allem hat der Schulunterricht in Geschichte während der BAS und Grundkurs das kommunale Thema Wahlverfahren nach d‚Hondt mein öffentliches Interesse geweckt.

Als Ausgleich und Ergänzung habe ich mich auch kulturell beteiligt.

  • seit 1974 im Männerchor Herbishofen als Sänger
  • seit 2006 im Allgäuer Bauernchor als Sänger und erster Vorsitzender als einziger Männerchor – Landfrauenchöre
  • seit 2023 als 1. Vorsitzender des Sängerkreises Unterallgäu

Am 06.09.2009 gestaltete der Allgäuer Bauernchor die Messe in der Wohlfahrtskirche Andechs, anschl. Mittagstisch und Konzert mit dem Starnberger Landfrauenchor in Eurem Haus (Haus der bayerischen Landwirtschaft Herrsching) mit Führung durch Frau Angela Kraus.

Am 6. Dezember 2013 trat der Allgäuer Bauernchor im Foyer des Generalsekretariats in München auf. Ich freue mich schon auf das Ehemaligen-Treffen vom 06. – 08.10.2023.

Ernst und das Ehrenamt

Der Herrschinger Grundkurs 2013 und sein Einfluss auf meinen Lebensweg
Der Herrschinger Grundkurs 2013 hat mir bei meinem Lebensweg extrem geholfen und beeinflusst. Insbesondere die vielseitigen Inhalte des Kurses und die Möglichkeit, mich ehrenamtlich zu engagieren, haben meinen Horizont erweitert und mir wertvolle Erfahrungen für meine persönliche Entwicklung mitgegeben.
Eine meiner großen Leidenschaften ist die Landwirtschaft, und dieser Kurs hat mich darin bestärkt, mich noch intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Geschichte von Ernst Geislberger-Schießleder, einem jungen Landwirt, der für sein Ehrenamt und die Landwirtschaft lebt, hat mich besonders inspiriert. Seine Verbundenheit mit der Landwirtschaft durch seinen Doppelnamen und die bewusste Entscheidung, die Tradition seiner Familie aufrechtzuerhalten, haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Wurzeln zu schätzen und zu pflegen.
Mein persönlicher Bezug zur Landwirtschaft wurde in diesem Kurs gestärkt. Ich habe eine Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister absolviert und konnte in der Praxis auf Familienbetrieben Erfahrungen sammeln. Dieses Wissen hat mir nicht nur im Hinblick auf meine berufliche Zukunft geholfen, sondern auch mein Verständnis für die Zusammenhänge in der Landwirtschaft vertieft.
Neben meiner Leidenschaft für die Landwirtschaft hat mich der Herrschinger Grundkurs auch politisch sensibilisiert. Die Teilnahme an politischen Diskussionen und die Gründung einer parteifreien Verbindung haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken. Die Idee, Bürger aktiv einzubeziehen und ihre Wünsche in das politische Handeln einzubringen, hat mich nachhaltig beeindruckt.
Besonders wichtig war für mich auch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen, wie der psychischen Gesundheit von Landwirten. Der Antrag zur Erstellung einer Studie und die Forderung nach speziell zugeschnittenen Therapieangeboten haben mir die Augen geöffnet und meine Motivation gestärkt, mich für die Belange von Landwirten einzusetzen.
Mein Engagement im Stadtrat und die Tätigkeit als Schöffe haben mich in meiner Rolle als aktives Mitglied der Gesellschaft gestärkt. Die Möglichkeit, aktiv mitzubestimmen und für die Interessen anderer Menschen einzustehen, hat mein Selbstbewusstsein gesteigert und mir gezeigt, wie wichtig es ist, eine Stimme zu haben und sich für die eigenen Überzeugungen einzusetzen.
Auch die Erfahrungen im Faschingsverein und im Reservistenverein haben mir gezeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement für das Zusammenleben in der Gesellschaft ist. Die Vielfalt der Vereine und die unterschiedlichen Aufgaben haben mich ermutigt, mich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren und meinen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.
Der Herrschinger Grundkurs hat mir geholfen, meine Stärken und Interessen zu erkennen und meinen Lebensweg bewusst zu gestalten. Die vielseitigen Inhalte und die Möglichkeit, mich ehrenamtlich einzubringen, haben mich nachhaltig geprägt und inspiriert. Mein Ziel ist es, auch in Zukunft aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken und mich für die Belange anderer Menschen einzusetzen.

Eiskalt erwischt!

Was tun? Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb mit Fragezeichen. Wohin geht die Reise?

Es sind viele kleine Steine, die ein Mosaik ergeben und zu dem führen, was wir letztendlich tun. Für mich, Ulrich Geh, zuhause im schwäbischen Bocksberg, trifft das voll zu:

Schule, außerlandwirtschaftliche Ausbildung, Zivildienst als landwirtschaftlicher Betriebshelfer, Landwirtschaftsmeister, Auslandspraktikum USA, Grundkurs Herrsching, Besuch BUS – Kurs (einige Jahre auch als Referent).

Mich zog es immer wieder zu meinen Wurzeln zurück, zu unserem Hof, der viele Möglichkeiten und Chancen bietet. Vor knapp 20 Jahren begannen wir – meine Frau Doris und ich – neben der Milchviehhaltung, mit der Herstellung von Speiseeis unter der Firmierung „Uli v. Bocksberg Eis“. Dieser Zweig ist mittlerweile unser Hauptstandbein – mehr dazu unter www.uli-von-bocksberg.de

Die Kurse und Seminare, nicht zu vergessen mein Auslandspraktikum, erweiterten ungemein meinen Horizont und brachten mir die Offenheit, neue Möglichkeiten zu erkennen und den Mut, diese auch umzusetzen.

Umzusetzen ist das eine, durchzuhalten und Ausdauer zu beweisen das andere und mindestens genauso wichtig.

Für mich ist dafür meine Familie der größte Rückhalt.

Zudem erfüllt mich mein Engagement im gesellschaftlichen Umfeld.

Mit Mut, Zuversicht und Dankbarkeit freue ich mich, diesen Weg weiterzugehen.